Natur zurück in die Stadt

Machen auch Sie Ihren Garten zu einer Insektenschutzinsel

Insekten sind wichtige kleine Nützlinge, ohne die unser Leben nicht so wäre, wie es ist. Ohne sie gäbe es kein sauberes Wasser, keinen Nährstoffkreislauf, keine frische Luft. Auch die meisten unserer Lebensmittel und Kosmetika können ohne die Hilfe von Insekten nicht hergestellt werden.

Umso wichtiger ist es, die Artenvielfalt von Insekten zu schützen und ihnen genug natürlichen Lebensraum zu bieten. Jede naturnah bepflanzte Fläche kann den Tieren dabei helfen zu wandern, Nahrung zu finden oder im besten Falle auch zu überwintern.

Auf dieser Seite finden Sie Tipps und Anleitungen, wie Sie in Ihrem eigenen Garten ein Paradies für Schmetterlinge, Bienen und Käfer schaffen.

Saatgut aus 100% heimischen Wildpflanzen

Wir vom NABU Rödermark haben für Sie drei verschiedenen Saatgutmischungen aus 100 % heimischen Wildpflanzen zusammen gestellt, mit denen Sie fast jeden Bereich ihres Gartens in eine Insektenschutzinsel verwandeln können.

Egal ob schattig oder sonnig, ob eher höher wüchsig entlang von Wegen oder Gebäuden, mit Arten wie der Königskerze oder dem Natternkopf, oder eher flächig als Wiese mit den typischen Wiesenarten, wie dem Wiesensalbei oder der Wiesen-Flockenblume.

Die pollen- und nektarreichen Pflanzenarten bieten unseren Insekten wie z.B. Schmetterlingen, Käfern und Wildbienen eine ganzjährig reichhaltige Nahrung. Somit können Sie mit diesen Blühmischungen dauerhafte Lebensräume für alle Insekten erschaffen.

Vor allem die Gruppe der „Nicht-Bienen“ benötigt spezielle Pflanzenarten, die sich von den typischen Bienenpflanzen deutlich unterscheiden. Diese Insektengruppen erbringen neben der Bestäubung von Pflanzen noch weitere für uns Menschen lebensnotwendige Dienstleistungen für das Ökosystem.

Unsere Mischungen bilden Pflanzengesellschaften nach, die in der Zusammensetzung schon seit Jahrhunderten so in unserer Landschaft vorkommen bzw. kamen. Bereits im 1. Wuchsjahr kommen bei termingerechter Aussaat die einjährigen Arten zum Blühen. In den Folgejahren werden sie von ausdauernden Arten ersetzt, die einen buntblumigen und langanhaltend Blühaspekt bilden. 

Die Natur braucht Raum und Zeit, um sich zu entfaltenDie ersten Keimlinge erscheinen bei feuchtem Boden nach zwei bis drei Wochen. Die Entwicklung der Wildpflanzen erstreckt sich über eine ganze Vegetationsperiode. Einige Samen sind hartschalig und keimen erst im folgenden Frühjahr.

Wildblumen benötigen Zeit für die Ausbreitung – manche blühen erst im zweiten Jahr. Mit der Zeit entstehen jedoch dynamische und langlebige blütenreiche Wiesen und Säume. Doch mithilfe einer Initialstauden-bepflanzung können Sie den Blühaspekt im ersten Jahr deutlich erhöhen. 

Als kleine Entscheidungshilfe sind hier einige Informationen zum Saatgut, dass bei uns bestellt werden kann. Bei weiteren Fragen können sie uns gerne eine Nachricht über unser Kontaktformular zukommen lassen.

Bitte beachten, dass das Saatgut nicht an Sie versendet werden kann, sondern abgeholt werden muss.

Zum Bestellformular…

Wilde Topfpflanzen

Das Motto „jeder m2 zählt“ lässt sich auch umschreiben in „jeder Blumentopf zählt“, denn mit heimischen Wildpflanzen kann jeder Balkon und jede Terrasse in eine Insektenschutzinsel verwandeln werden.

Auf einem Balkon mitten in München, im fünften Stock, konnte die Bewohnerin 146 Tierarten entdecken, seitdem sie ihren Balkon mit heimischen Wildstauden bepflanzt hat. Neben vielen Insekten kommen auch Vögel wie der Stieglitz vorbei, der gerne die Samen der Kornblumen nascht.

Ein Jahr lang lebte sogar eine Eidechse auf dem Balkon, da sie genügend Nahrung und einen Unterschlupft fand. Machen auch Sie ihren Balkon zu einem Insektenparadies. Anbei erhalten Sie einige Tipps zur Pflege und Pflanzenvorschläge für ein ganzjährig reichhaltiges Blütenangebot von April bis Oktober.

Insekten

Schutz der einheimischen Insekten. Weitere Infos findet ihr hier.

Zudem habt ihr die Möglichkeit, alle Insekten aus euren Gärten zu identifizieren und ggf. zu registrieren. Dazu hat der NABU eine App gestaltet.

Sie heißt „Insektensommer“ und bietet neben der Identifizierung von Insekten auch die Möglichkeit dies zu Registrieren. Mehr Infos findet ihr hier.

Bezugsquellen der heimischen Wildpflanzen:

Staudengärtnerei Eidmann in Semd (Öffnungszeiten beachten) http://www. staudengaertnerei-eidmann.de

Kräuter- und Wildstauden-Gärtnerei Strickler www.wildstauden-gaertnerei.de (Bestellung)

EVO Projekt

Auf den Feldern und Wiesen, öffentlichen Flächen und in Gärten blüht es immer weniger. Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten finden dadurch kaum noch Nahrung. Ihre Arten sind zunehmend bedroht – ebenso wie die Pflanzen, die von Ihnen bestäubt werden. Mit einem gemeinsamen Aufruf unter dem Motto „Blühwiesen für unsere Region“ wollen jetzt die Industrie- und Handelskammer Offenbach am Main (IHK), der Naturschutzbund (NABU) und die Energieversorgung Offenbach (EVO) alle Unternehmen in Stadt und Kreis Offenbach motivieren, ihre freien Flächen in wertvollen Lebensraum mit pollen- und nektarreichen Pflanzenarten zu verwandeln.

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