Geht es euch auch so wie mir? Ich genieße gerade diese wunderschöne Blütenpracht, die uns der Sommer schenkt. Wo im Mai und Juni die Mohnfelder alles in ein sattes Rot färbten, leuchten uns Mitte Juli die großen Sonnenblumenköpfe entgegen. Die Rosen erleben ihre zweite Blüte und ein süßer, sommerlicher Duft liegt in der Luft. Die Insekten sind außer Rand und Band. Es lohnt sich, einen Moment innezuhalten und das bunte Treiben einmal ganz bewusst zu beobachten.

Im heutigen Blogbeitrag geht es darum, ein klein wenig von diesem schönen Sommer mit in die kalte Jahreszeit zu nehmen und sich noch lange daran zu erfreuen.

Und das Schönste daran? Es macht Klein und Groß gleichermaßen Spaß. Heute wird gehämmert – und zwar Blüten!

Dabei werden frische Blüten und Blätter auf einen Stoff gelegt, mit einem Stück Stoff oder Backpapier abgedeckt und vorsichtig mit einem Hammer bearbeitet. Durch die Schläge platzen die Pflanzenzellen auf und ihre natürlichen Farbpigmente werden direkt auf den Stoff übertragen. Je nach Pflanze entstehen dabei ganz unterschiedliche Farben und detailreiche Abdrücke – jedes Stück wird zu einem kleinen Unikat.

Ich habe mich diesmal für ein Baumwollmäppchen entschieden. Natürlich funktioniert diese Technik genauso gut auf Stoffbeuteln, Servietten, Kissenbezügen oder vielen anderen Stoffen aus Naturfasern. Eurer Kreativität sind hier kaum Grenzen gesetzt.


Materialien

  • Baumwollmäppchen oder einen anderen Stoff aus Naturfasern
  • frische Blüten und Blätter
  • Hammer
  • Backpapier oder ein Stück Baumwollstoff zum Abdecken
  • feste Unterlage (z. B. ein Holzbrett)
  • Pinzette (optional)

So geht’s

1. Auf Entdeckungstour gehen

Wie so oft beginnt auch dieses DIY mit einem Spaziergang durch die Natur. Gemeinsam mit meinem Sohn habe ich nach Blüten und Blättern Ausschau gehalten, die durch ihre Form oder ihre kräftigen Farben besonders schön aussehen. Achtet darauf, nur dort zu sammeln, wo es erlaubt ist, und lasst immer genügend Blüten für die Insekten stehen.

2. Motiv gestalten

Legt das Mäppchen auf eine feste Unterlage und überlegt euch, wie euer Motiv aussehen soll. Anschließend legt ihr die Blüten und Blätter auf den Stoff. Besonders feine Blüten und filigrane Blätter ergeben oft die schönsten Abdrücke.

Kleiner Tipp: Wenn ihr eine Stofftasche oder – so wie ich – ein Mäppchen bedrucken möchtet, vergesst nicht, ein Stück Pappe zwischen die beiden Stofflagen zu legen. So verhindert ihr, dass die Pflanzensäfte auf die Rückseite durchdrücken und dort ebenfalls Abdrücke hinterlassen.

3. Abdecken und hämmern

Deckt euer Motiv nun mit Backpapier oder einem dünnen Baumwollstoff ab. Ich habe hierfür einfach ein Stück von einem alten Baumwolllaken verwendet – vielleicht entdeckt ihr den Stoff auch auf den Bildern wieder. Das hat wunderbar funktioniert und schützt die Blüten beim Hämmern.

Nun wird vorsichtig mit dem Hammer auf die Blüten und Blätter geklopft. Arbeitet lieber mit vielen sanften Schlägen als mit wenigen kräftigen. So werden die Pflanzenfarben gleichmäßig in den Stoff eingearbeitet und die feinen Strukturen bleiben besonders schön erhalten.

4. Motiv ergänzen und Pflanzenreste entfernen

Hebt den Baumwollstoff vorsichtig an und entfernt die Pflanzenreste behutsam mit den Fingern oder einer Pinzette. Jetzt zeigt sich das eigentliche Kunstwerk: Die Farben und Blattadern haben sich direkt auf den Stoff übertragen.

Natürlich muss euer Motiv an dieser Stelle noch nicht fertig sein. Ihr könnt jederzeit weitere Blüten oder Blätter ergänzen und erneut hämmern, bis das Gesamtbild für euch stimmig ist. Genau das hat mir besonders gefallen – das Motiv darf ganz intuitiv wachsen und jedes Stück wird dadurch zu einem echten Unikat.


Ich wünsche euch ganz viel Freude beim Sammeln, Hämmern und Staunen. Vielleicht nehmt auch ihr euch auf diese Weise ein kleines Stück Sommer mit nach Hause – und zaubert euch damit selbst an grauen Wintertagen ein Lächeln ins Gesicht.

Eure RosaLebenslust