Leider wird in dem besagten Artikel vieles nicht korrekt dargestellt, weshalb wir diese Klarstellung veröffentlicht haben. Die Anlage eines Blühstreifens an der B459 in Waldacker 2014 war ein Projekt der Quartiersgruppe Waldacker mit Unterstützung durch den NABU Rödermark. Das Projekt „Natur zurück in die Stadt“ wurde erst 5 Jahre später durch ein Kooperationsprojekt der Initiative „Wir sind Breidert“ mit dem NABU Rödermark am Kindergarten Zwickauer Straße ins Leben gerufen. Die Biologin und ehemalige stellv. Vorsitzende des NABU Doris Lerch war 2014 weder Mitglied des NABU noch an dem Projekt beteiligt.

Das Saatgut wurde damals wie auch bei späteren Projekten von der Firma Appels Wilde Samen bereitgestellt. Ausgebracht wurde keine Standardmischung der Firma, sondern eine speziell auf die lokalen Besonderheiten abgestimmte Mischung. Der Unterschied zu späteren Blühmischungen war lediglich, dass diese Mischung von der Firma selbst zusammengestellt wurde und nicht nach exakten Vorgaben des NABU. Wir distanzieren uns daher von dem gedruckten Satz „Es war wohl ganz einfach der falsche Samen, den die Gruppe über den NABU bezogen hat.“ Wir Vertrauen auf die Fachkenntnis der Saatgutfirma und würden ihr nie in dieser Weise die Kompetenz absprechen.

Warum der Blühstreifen letztendlich nicht wie erhofft funktioniert hat, hat andere Gründe. Die Fläche wurde als Lagerfläche für Baumaterial während der Erneuerung der Ortsdurchfahrt in Waldacker genutzt und war sehr steinig und abgemagert. Dieses nährstoffarme Umfeld schien uns ideal für eine Blühmischung. Wir hatten die Hoffnung, dass sich die erwünschten Blühpflanzen lange gegen die konkurrenzstärkeren Gräser durchsetzen können. Zum einen haben wir den Effekt der Luftdüngung durch Autoabgase an der Bundesstraße unterschätzt, zum anderen muss eine Wildblumenwiese aussamen können, um langfristig bestehen zu können. Das setzt voraus, dass man bereit ist nicht einzugreifen, wenn der Blühstreifen im Herbst und Winter unansehnlich aussieht. Ähnlich wie bei vielen Gartenbesitzern war auch bei vielen Mitgliedern der Arbeitsgruppe Grün die Optik Antrieb für das Engagement und nicht die Ökologie. So wurden auch durch zu viel Pflege die Zielpflanzen geschwächt. Umso weniger Blühpflanzen die Fläche im Frühling und Sommer erblühen ließen, umso geringer wurde der Antrieb für ein weiteres Engagement, so dass am Ende doch wieder die Gräser die Oberhand gewannen und heute, 12 Jahre später, nur noch wenige der damaligen Zielpflanzen in der Fläche stehen.

Der NABU distanziert sich auch von der gedruckten Aussage, dass alle Baumarktblühmischungen nach 2 Jahren ausfallen. Richtig ist, dass das Risiko, dass von einer ausgesäten Blühmischung nach 2 Jahren nur noch wenig zu sehen ist, steigt, je mehr nicht-regionales, an den Boden und die Standortbedingungen angepasstes Saatgut die Mischung enthält. Wir empfehlen daher die von uns entwickelten Mischungen mit ausschließlich regionalem Samen, die zurzeit nur über die Gärtnerei Löwer zu erhalten sind, können aber keine Garantie übernehmen, dass immer alle Erwartungen erfüllt werden.