Ende März diesen Jahres wurde hier auf der Webseite über eine Waldohreulensichtung auf dem Gelände des Galluskindergartens in Urberach berichtet. Es wurde darüber spekuliert, ob es gegebenenfalls eine Brut geben könnte.  Da ist nun tatsächlich der Fall, in der zentralen Linde auf dem nebenan liegenden Schulhof der Grundschule „An den Linden“ haben drei junge Waldohreulen das Licht der Welt erblickt und sind flügge geworden.

Aufmerksam wurde die Ortsgruppe durch Hinweise von Kindern und einer Lehrerin, dass ein Jungvogel aus dem Nest gefallen sei und unten in der Linde an einem Ast hing. NABU-Ortsvorsitzender Rüdiger Werner eilte sofort auf den Schulhof, um den Jungvogel zu sichern und er brachte ihn in einen Auffangstation nach Seligenstadt, wo die junge Waldohreule aufgepäppelt und in der Zwischenzeit wieder ausgewildert wurde.

Wo ein Jungvogel ist, da ist meistens auch ein Nest sowie weitere Jungvögel. Die Urberacher Hobby-Ornithologen Heiko Grosch und Diedrich Meyn schauten in den Folgetagen mal auf dem Schulhof vorbei und siehe da, in der Baumkrone hielten sich zwei weitere Jungvögel auf, immer bewacht von einem Altvogel in geringer Entfernung. Bleibt die Frage, wie die Vögel mit dem Pausenlärm umgehen, der unweigerlich auf dem Schulhof einer Grundschule entsteht. Wie auch immer, alle Waldohreulen erfreuen sich bester Gesundheit, scheint die Nahrungssituation in der Umgebung mit vielen Mäusen doch sehr gut zu sein – und das wird ein entscheidendes Kriterium für die Wahl des Brutplatzes sein.

Auch östlich von Ober-Roden am Birkenweg haben die Rödermärker Ornithologen zwei weitere erfolgreiche Waldohreulenbruten festgestellt. Laut ornithologischem Jahresbericht für den Kreis Offenbach wurden 2024 insgesamt nur zwei Waldohreulenbruten im gesamten Kreisgebiet dokumentiert (es waren sicherlich mehr, aber sie wurden nicht festgestellt). Rödermark allein wird diese Quote im kommenden Jahresbericht also schon erhöhen und der Bestand dieser doch eher seltenen Eulenart kann als gut bezeichnet werden.