Sommerzeit ist Draußenzeit – und der August schenkt uns hoffentlich noch einen sonnendurchfluteten Monat. Den sollten wir in vollen Zügen genießen und uns dabei kreativ austoben!

In unserem aktuellen Beitrag wollen wir genau diese Kraft der Sonne nutzen, um wunderschöne Muster auf Stoff zu drucken. Natürlich kommen dabei wieder unsere Schätze aus der Natur zum Einsatz. Denn das Sammeln von hübschen Naturgegenständen kommt einfach nie aus der Mode.

Der Sonnendruck ist eine tolle Methode, mit der wir die schönen Formen von Blättern und Blüten für die Ewigkeit festhalten können. Es ist auch ein spannendes Experiment, das Kinderaugen – und uns selbst – zum Staunen bringt. Wie genau diese Muster entstehen, erkläre ich euch in der Schritt-für-Schritt-Anleitung weiter unten.

Doch zuerst heißt es: ab in die Natur und Naturmaterialien wie schön geformte Blätter und Blüten sammeln. Das lässt sich wunderbar mit einem Waldspaziergang verbinden – und sich dabei von den mächtigen Bäumen an heißen Tagen Schatten spenden lassen. Wenn man das Ganze mit einer kleinen Suchaktion kombiniert, hat man die kleinen Mäuse meist auch mit im Boot. Das kann etwas ganz Einfaches sein, wie: „Finde etwas Rundes“, „etwas Weiches“, „etwas Rotes“ …

Die gesammelten Schätze sollten bestenfalls noch 1–2 Tage in einem Buch angetrocknet werden, damit sie beim Gestalten schön flach auf dem Stoff aufliegen.


Was ihr dafür braucht:

  • weißen Baumwollstoff (Tischdecke, T-Shirt, Stofftasche etc.)
  • Stoffmalfarbe
  • Blätter, Blüten oder andere Naturmaterialien
  • feste Pappe oder abwischbare Tischdecke zum Unterlegen
  • Pinsel
  • Becher/Glas
  • und gaaannzz viieell Sonnenschein ☀️

Schritt 1: Pflanzenmaterial sammeln und antrocknen lassen

Vielleicht habt ihr ja ein dickes altes Lexikon zu Hause, in dem ihr eure Naturmaterialien wunderbar pressen könnt. Wichtig ist, dass ihr jeweils Zeitungspapier zwischen das Pflanzenmaterial und die Buchseiten legt – und am besten keine dickfleischigen Blätter verwendet. Nun heißt es 1–2 Tage warten, damit alles antrocknet und in Form bleibt.


Schritt 2: Stoff mit Stofffarbe bemalen

Zunächst wird der Stoff gewässert und anschließend ausgewrungen. Er sollte keine trockenen Stellen mehr aufweisen, da das Ganze sonst nicht wie gewünscht funktioniert. Neu gekaufte Stoffe solltet ihr vorher am besten einmal in der Waschmaschine waschen, damit die Fasern die Farbe später besser aufnehmen können.

Bevor ihr dann die gewünschte Farbe auftragt, wird diese mit Wasser gemischt. Je mehr Wasser, desto heller wird das Ergebnis. Der Stoff wird nun glatt auf eine Unterlage gelegt und mit der verdünnten Stoffmalfarbe bepinselt. Im besten Fall habt ihr eine beschichtete Tischdecke oder eine Malunterlage. Auch Pappe ist möglich – achtet hier aber darauf, dass sie nicht zu dünn ist, da sie sich sonst wellt.


Schritt 3: Naturmotive auflegen

Jetzt werden die gesammelten Naturmaterialien ganz nach eurem Geschmack auf dem Stoff platziert. Vergesst nicht, sie gut anzudrücken – das sorgt für ein optimales Druckergebnis.

Jetzt heißt es: warten und die Sonne zaubern lassen!
Aber wie funktioniert das überhaupt?

Die Lösung liegt in der unterschiedlichen Trocknung: Die Stellen des Stoffes, die nicht mit Naturmaterial bedeckt sind, trocknen schneller und ziehen die Feuchtigkeit – und damit auch die Farbpigmente – aus den bedeckten Bereichen. Dadurch entsteht ein Negativdruck, bei dem die Konturen eurer Naturmaterialien sichtbar werden.


Schritt 4: Abziehen und ggf. fixieren

Der Stoff sollte vollständig trocken sein, bevor das Highlight kommt:
Jetzt könnt ihr die Blätter, Blüten usw. vorsichtig entfernen – und euer Werk bewundern!

Um das Ganze haltbar und waschbar zu machen, ist es erforderlich, den Stoff heiß zu bügeln und die Farbe so zu fixieren.

Da sich bei mir die Pappe ziemlich gewellt hat, musste mein Terrassentisch herhalten. Dabei hat sich ein ungewolltes Muster gebildet – das am Ende aber doch ganz gut reingepasst hat 😉


Tipp: Auch auf Papier möglich

Alternativ zum Baumwollstoff könnt ihr auch Papier verwenden. Dieses sollte dann etwas dicker und eher rau sein – z. B. Aquarellpapier. Als Farbe eignen sich flüssige Aquarellfarbe, Acrylfarbe oder Tusche. Hauptsache: hochpigmentiert.


Lasst eurer Fantasie freien Lauf!
Und nun: Viel Spaß beim Sammeln, Gestalten und Sich-daran-Erfreuen!

Eure RosaLebenslust