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Waldwiesenzüge

Durch die Wälder südlich von Ober-Roden und Urberach verlaufen seit jeher mehr oder weniger durchgehende Wiesenzüge, die in den 70er und 80er Jahren kaum noch genutzt und gepflegt wurden und daher stark verbuscht waren. Aufgrund des hohen ökologischen Wertes von Waldwiesen hat sich der NABU Rödermark die Aufgabe gestellt, die vorhandenen Wiesen zu revitalisieren. Gerade der Übergangsbereich zwischen Wald- und Feldflur ist für viele Tierarten bevorzugter Lebensraum, die Artenvielfalt ist hier besonders hoch. Wächst eine Wiese zu, verlassen auch viele Arten das Areal. Ziel des Projektes war es also, durch Entbuschungsmaßnahmen eine regelmäßige Pflege der Wiesenzüge zu ermöglichen, diese zu organisieren und damit langfristig das vitale Ökosystem Waldwiese zu sichern.

Das Projekt „Waldwiesenzüge von Rödermark" war das bislang größte der Ortsgruppe Rödermark. Über 100 ha Waldwiesen waren von den Maßnahmen betroffen, über 150 Eigentümer der Wiesen mussten überzeugt werden. Mit Hilfe von Fördergeldern der Fraport AG und hohem persönlichen Einsatz konnte das Projekt nach 17 Jahren abgeschloessen werden.

Das Fazit des NABU: Die Revitalisierung der Waldwiesenzüge ist erfolgreich verlaufen. Vielen Vogelarten wurde hierbei die Nahrungsgrundlage verbessert, erweitert und neu geschaffen. Besonders seltenen Vogelarten konnte der Brutplatz erhalten und das Brutareal vergrößert werden. Die späte Mahd der Blütenpflanzen in den Waldwiesenzügen begünstigt eine Aussähung derselben und eine höhere Vielfalt der Blütenpflanzen ist die Folge. Folgerichtig stellte sich auch eine Vielfalt der von den Blüten abhängigen Insekten ein. Zeitlich versetzt wird sich auch die Vogelwelt mit einem höheren Spektrum einstellen. Die Jungpflanzen im Forst werden vom Wild geschont und nicht verbissen, weil das Wild in Ruhe und ungestört die artenreiche Nahrung der Waldwiesen äsen kann. Die kilometerlangen Wiesenzüge sind gegen Störungen geschützt, da es keine Wege entlang des Geländes gibt. Die Störung durch Spaziergänger mit freilaufenden Hunden ist ausgeschlossen. Da in den Wiesenzügen Wasserstau möglich ist, kann auch die Wasserrückhaltung ökologische Verbesserungen erbringen. Die Wassergräben entlang der Wiesenzüge sind aufgeweitet worden, so dass auch im Sommer Restwasser vorhanden ist. Die Amphibien werden hiervon besonders begünstigt. Die Wiesenzüge werden von Landwirten im HELP-Programm gepflegt, d.h. für den Landwirt späte Mahd und keine Düngung, für den Besitzer kostenlose Pflege. Das Land zahlt Ernteausfall an die Landwirte.
Das Waldwiesenprojekt wurde im Naturschutzzentrum in Wetzlar Ämtern, Politikern, Planern, Umweltschützern und Kommunen vorgestellt und erläutert. Dabei wurde allen Gästen geraten, Naturschutzprojekte in dieser Form zu planen und durchzuführen. Mit Wolfgang Goebel konnten wir auch sofort einen namhaften Planer und Ökologen benennen.

Herrn Dr. Wolfgang Goebel gilt unser Dank für jahrelange erfolgreiche und vertrauensvolle Zusammenarbeit.
Wir möchten uns auch insbesondere bei der FAG (heute Fraport) bedanken für die finanzielle Unterstützung des Projekts in Höhe von 630.000 DM. Ohne diese Unterstützung wäre die jahrelange ehrenamtliche Arbeit unmöglich gewesen.

Termine

NABU-Stammtisch

Donnerstag, 21. Dezember 2017

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