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In der Landschaftspflege auf ehrenamtliche Helfer angewiesen

Wenn es draußen anfängt, ungemütlich zu werden, beginnt für die aktiven Naturschützer des NABU Rödermark jedes Jahr die arbeitsreichste Zeit. Bis Mitte Februar gilt es, den unerwünschten Aufwuchs aus den betreuten Biotopen zu entfernen sowie das eine oder andere zugewucherte Areal wieder in einen Zustand zu versetzen, der die biologische Vielfalt fördert.

Heide von Waldacker
Heide von Waldacker 2015

So ist die Landschaftspflege eines der Hauptarbeitsfelder der örtlichen Naturschutzgruppe. „Leider bleiben Offenlandbiotope in unseren Breiten von alleine nicht erhalten“, erklärt NABU-Vorsitzender Dr. Rüdiger Werner. „Würde man der Natur freien Lauf lassen, würde in kurzer Zeit keine offene Landschaft mehr vorhanden sein, darunter auch so seltene Biotope wie unsere Heideflächen in Waldacker oder die Sandmagerrasenflächen in unserer Gemarkung, die teilweise sogar europäisches FFH-Schutzgebiet sind. Espen, Birken, Eichen, Traubenkirschen, Ginster und Brombeere würden die Gebiete in weniger als 20 Jahren komplett verbuschen lassen, stark zu Lasten der biologischen Vielfalt. Das wollen wir, so weit es uns möglich ist, verhindern.“

Bislang 3 Arbeitseinsätze hat die NABU-Gruppe in diesem Herbst terminiert, weitere werden hinzukommen. Der erste ist bereits für den 24. Oktober auf der Heidefläche von Waldacker geplant. Treffpunkt ist um 10 Uhr neben dem Vereinheim des Clubs für Hundefreunde. Auch in diesem Jahr gilt es wieder, frischen Aufwuchs von Traubenkirsche, Eiche und Brombeere zu entfernen, damit die Landschaft weiterhin offen bleibt und die Heide im Frühherbst so wunderschön blühen kann wie in diesem Jahr. Am 14. November soll bei einem 2. Arbeitseinsatz der Aufwuchs rund um die Flachseen im Berngrund, einem bedeutenden Biotop zwischen Waldacker und Ober-Roden, auf ein verträgliches Maß zurückgeschnitten werden. Hier hat der NABU in den vergangenen 2 Jahren mit Schülern der Nell-Breuning-Schule im Rahmen deren Sozialpraktikums eine Steilwand für Uferschwalben angelegt, die zwar noch nicht von den Wunschbewohnern besiedelt wurde, aber bereits im 2. Jahr im Folge als Brutplatz für den Eisvogel diente. Auch für dieses Kleinod gilt: ohne regelmäßigen Rückschnitt von Weiden, Birken, Espen und Kiefern wird die Vielzahl der dort anzutreffenden seltenen Pflanzen und Tiere verschwinden. Treffpunkt ist ebenfalls um 10 Uhr der kleine Parkplatz an den Glascontainern am Ortsausgang Waldacker. Eines der größten Probleme ist die generelle Überdüngung der Landschaft. Diese sogenannte Eutrophierung sorgt dafür, dass auf den Wiesen nur noch wenige Arten wachsen und dass auch auf eigentlich mageren Böden darauf spezialisierte Pflanzen- und Tierarten mehr und mehr verdrängt werden. Um z.B. eine einmal angelegte Blühfläche, d.h. eine Fläche mit diversen nektarreichen Pflanzen, auf der das ganze Jahr etwas blüht, längerfristig zu erhalten, bedarf es enormer – auch finanzieller – Anstrengungen. Zusammen mit dem Imkerverein ist es dem NABU ein großes Anliegen, wieder mehr Vielfalt, mehr nektarreiche Pflanzen in die Landschaft zu bekommen. Mehr und breitere Ackerrandstreifen, andere Mähintervalle für Straßenrandstreifen, mehr gepflegte Streuobstflächen sind hier Stichworte. Der 3. Arbeitseinsatz wird daher am 5. Dezember auf einem NABU-Pachtgebiet in den Streuobstflächen hinter dem Bergweg in Urberach gemeinsam mit ortsansässigen Imkern stattfinden mit dem Ziel, bessere Bedingungen für die dort stehenden Bienenvölker zu schaffen. Für alle Arbeitseinsätze sucht der NABU noch freiwillige Helfer, die ihn bei der Arbeit unterstützen. „Wir werden wieder einiges an Arbeitsmaterial zur Verfügung stellen, für ausreichend Getränke sorgen und am Ende gegen 13 Uhr alle Helfer zu einem kleinen Mittagsimbiss einladen“, so NABU-Schatzmeisterin Verena Henschler. „Auch würden wir uns freuen, wenn wir wie im Vorjahr wieder von einigen Flüchtlingen unterstützt werden könnten“. Beim Arbeitseinsatz im vergangenen Herbst haben 5 Flüchtlinge den NABU unterstützt, was von Seiten des NABU als großer Gewinn für alle bezeichnet wurde. Die Flüchtlingshilfe ist bereits über alle Termine informiert worden. Alle Helfer werden gebeten, für festes Schuhwerk zu sorgen und nach Möglichkeit eigenes Werkzeug (z.B. Gartenschere, Harke) und Handschuhe mitzubringen. Neben den 3 terminierten Einsätzen soll auch die Entbuschung eines Streifens nahe der Kompostanlage in diesem Winter fortgeführt werden. Hier soll eine bessere Vernetzung der beiden bestehenden Streuobststreifen hergestellt werden, um ein potenzielles Steinkauzrevier zu schaffen. Auch zwischen Eichenbühl und Rödermarkring soll ein verwildertes Streuobstareal revitalisiert werden. Wer Interesse an dem dabei anfallenden Brennholz (meist Pappel) hat, melde sich bitte beim NABU. Antworten auf Fragen zu den Aktionen und weitere Infos gibt es unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! sowie unter 2112030 (Rüdiger Werner).

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Donnerstag, 21. Dezember 2017

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