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Brut- und Setzzeit

NABU appelliert an Spaziergänger und Hundebesitzer und
fordert Änderungen von der Stadt


Jedes Frühjahr sieht sich der NABU Rödermark den gleichen Problemen ausgesetzt: In
der Zeit, in der Vögel brüten und Säugetiere ihre Jungen aufziehen, sind Menschen und
ihre vierbeinigen Begleiter ein erheblicher Störfaktor. “Wenn man Spaziergänger und vor
allem Hundebesitzer auf dieses Problem aufmerksam macht, reagieren sie oft sehr
patzig“, erzählt NABU-Vorstandsmitglied Verena Henschler. „Dann bekommt man oft
Antworten wie: «mein Hund darf hier frei laufen, hier ist es nicht verboten» oder «ich darf
laufen, wo ich will, ich lass mir von Ihnen gar nichts sagen». Das ist schon sehr
frustrierend, weil wir die Leute ja nicht gängeln wollen, sondern lediglich fordern, dass die
Tiere in der Feldflur auch eine Chance haben, ungestört ihre Jungen großzuziehen.“

Die erste Forderung des NABU richtet sich an die Stadt und die kommunale Politik. Die
Gebiete mit der Leinenpflicht in der Brut- und Setzzeit müssen geändert werden. Aktuell
sind die Gebiete, in denen zwischen dem 1. März und dem 15. Juni Hunde anzuleinen
sind, identisch mit dem Stadtwald sowie den Landschaftsschutzgebieten. „Leider kennen
die Vögel diese willkürlichen Grenzen nicht“, erklärt der Vogelexperte und stellvertretende
NABU-Vorsitzende Sven Burger. „Sie brüten da, wo der passende Lebensraum für sie ist
und das ist oftmals dort, wo eben kein Landschaftsschutzgebiet ist und Hunde ganzjährig
frei laufen dürfen. Bei mehr als der Hälfte unserer Feldlerchen ist das z.B. der Fall.“
Der NABU fordert daher die Ausweitung der Leinenpflicht auf die gesamte Feldflur. „Wir
haben kein Problem damit, wenn die Stadt im Stadtgebiet 5-8 mindestens 1 ha große
Wiesen als sog. Hundewiesen ausweist, wo Hunde das ganze Jahr ohne Leine laufen
können“, führt NABU-Vorsitzender Dr. Rüdiger Werner fort. „Entscheidend ist, dass erst
einmal die gesamte Feldflur von der Leinenpflicht betroffen ist. Aber es ist im Grunde nicht
die fehlende Leine, die die Vögel in der Brutzeit stört. Es ist dem Rotkehlchen oder der
Goldammer egal, ob der Hund angeleint ist oder frei läuft, wenn er 2 m am Nest
vorbeikommt. Es ist das Problem, dass immer mehr Menschen ihren Hunden oder auch
nur sich selbst Abwechslung bieten wollen und lieber Trampelpfade benutzen oder gar
querfeldein laufen, als auf den Hauptwegen zu bleiben. Es gibt kaum noch ein Eckchen,
an dem unsere Wildtiere ungestört sind. Wir appellieren daher an alle Spaziergänger, ob
mit oder ohne Hund: bleiben sie für diese 4 Monate bitte auf den Hauptwegen,
unterdrücken Sie ihre Lust, querfeldein zu laufen, bleiben sie Gebüschen fern. Wir haben
in den letzten 30 Jahren mindestens 80% unserer Feldvögel verloren. Es wird auf
Spaziergängen immer stiller. Sorgen Sie mit ihrem Verhalten bitte nicht dafür, dass wir die
restlichen 20 % auch noch verlieren!“

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Mittwoch, 18. Dezember 2019

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