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Über 150 Nistkästen gesäubert

NABU Rödermark zufrieden mit der Brutsaison 2017

Im Jahr 2009 startete die Ortsgruppe Rödermark des Naturschutzbundes das „Spatzenprojekt“.

Feldsperling
Feldsperling

Ziel war es, in allen Kindergärten und Schulen Rödermarks Nistkästen aufzuhängen und Winterfutterplätze einzurichten.

Kohlmeise
Kohlmeise

Die Zahl der Nistkästen hat sich von ursprünglich 60 im Jahr 2010 auf mittlerweile 76 erhöht. Trotz der nicht immer idealen Standorte inmitten der viel bespielten Außenflächen der Kitas und Schulen wurden die Nistkästen gut angenommen. Bei den jährlichen Kontrollen konnte der NABU feststellen, dass jeweils zwischen 60 und 80% der Kästen belegt waren. 2017 wurde in 43 von 64 kontrollierten Kästen gebrütet, ein durchschnittlicher Wert.

Kleiber
Kleiber

Noch besser waren die Belegungsquoten auf dem Friedhof in Ober-Roden, wo in 16 von 22 Kästen Bruten stattfanden, und vor allem im Breidertwald, wo von 66 kontrollierten Kästen 63 belegt waren, was ein neuer Spitzenwert ist.

Die Belegungsquoten der künstlichen Behausungen zeigen aber auch, dass es weiterhin viel zu wenig alte Bäume mit natürlichen Höhlen gibt. Die heutige Forstwirtschaft lässt zwar mittlerweile sogenannte Habitatsbäume stehen, allerdings wird aus wirtschaftlichen Gründen immer noch zu wenigen Bäumen erlaubt, ein Alter von 200 oder auch 300 Jahren zu erreichen. So sieht der NABU auch in den nächsten 50-100 Jahren einen Bedarf, den Höhlenbrütern unter den Vögeln mit Nistkästen aus der Wohnungsnot zu helfen, zumal auch Streuobstwiesen mit alten, höhlenreichen Obstbäumen zu den seltener werdenden Biotopen gehören.

Die Standardnistkästen werden übrigens nur von wenigen der heimischen Vogelarten angenommen. Die häufigsten Mieter sind Kohlmeise und Blaumeise, gefolgt vom Feldsperling (in Feldrandnähe), dem Trauerschnäpper und dem Kleiber. Der Namensgeber des NABU-Projektes, der Haussperling oder „Spatz“, meidet – zumindest in Rödermark – meist die speziell für ihn angebrachten Kästen. Im Fachhandel gibt es zwar auch spezielle Kästen für Star, Waldkauz, Hohltaube, Hausrotschwanz, Bachstelze, Baumläufer und andere, aber die allermeisten der einheimischen Vögel brüten nach wie vor auf natürliche Art und Weise, auf dem Boden, in Hecken, in Astgabeln und natürlichen Spalten. In einer monotonen Agrarlandschaft, wie sie in weiten Teilen Deutschlands mittlerweile vorherrscht, sind auch für diese Vögel die Brutmöglichkeiten stark eingeschränkt, was – neben dem fehlenden Nahrungsangebot – auch ein Mitgrund für die abnehmenden Bestandszahlen ist.

Trauersschnäpper
Trauersschnäpper

Die Höhlenbrüter unter den Vögeln haben übrigens ein eingebautes Programm und bauen vor Brutbeginn immer ein neues Nest. Wird ein Nistkasten nicht gereinigt und das alte Nistmaterial entnommen, ist er in ein paar Jahren schlichtweg voll und somit nicht mehr brauchbar. Schon für ihre Zweitbrut suchen sich die Vogelpaare oftmals andere, leere Kästen, sodass man von der Anzahl der Nester nicht unbedingt auf die Anzahl der Brutpaare schließen kann.
Vor 30 Jahren haben die Mitglieder des damaligen Deutschen Bundes für Vogelschutz (DBV), dem Vorläuferverband des NABU, übrigens noch über 350 Nistkästen in den Wäldern von Rödermark betreut. Von den einstmaligen Betreuern sind die meisten mittlerweile verstorben, so dass die heutigen Aktiven von diesen älteren Kästen meist nicht einmal die Standorte kennen.

„Unser Ziel ist es“, so der Vorsitzende des NABU Rödermark Dr. Rüdiger Werner abschließend, „die Zahl der betreuten Nistkästen jedes Jahr um 20 zu erhöhen. Ende 2017 haben wir die ersten Nistkästen am Friedhof in Urberach aufgehängt. Weitere sollen folgen. Als nächstes steht dann der Park am Entenweiher auf dem Programm. Schön wäre es, wenn sich zur Kontrolle und Pflege der Nistkästen weitere Kooperationspartner fänden. Bisher werden im Breidertwald schon rund 50 Nistkästen von Gerd Gries von der Initiative „Wir sind Breidert“ betreut. Nur so ist möglich, unser Ziel zu erreichen, mit weniger Aktiven die Zahl der betreuten Nistkästen wieder annähernd auf das Niveau von 1990 zu steigern.“

Termine

Exkursion nach Bingen

Sonntag, 25. Februar 2018

Mitgliederversammlung des NABU Rödermark

Samstag, 03. März 2018

Offene Vorstandssitzung

Montag, 05. März 2018

Vortrag „Liebliches Taubertal“

Mittwoch, 07. März 2018

Gemarkungsputz

Samstag, 10. März 2018

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